Für den ersten Tag in der neuen Gegend hatten wir uns einen Gipfel im Hinterland und eine Rundwanderung zu einer laut Führer beeindruckenden Doline ausgesucht. Dazu fuhren wir auf kleinen Straßen mit vielen Kurven von der Küste erst durch Macchia, dann durch schöne Buchenwälder zur 'Vagabundina Koliba', eine Art Berghütte mitten in einer Art waldigen Hochebene.
Wir trafen auf der Fahrt nur zwei Autos und waren die ersten, die in der Nähe der Vagabundina an der Straße parkten. Ein älterer Herr fegte gerade vor der Vagabundina und nickte zustimmend, als wir fragten, ob wir dort parken dürften.
Wir gingen auf einem schmalen Pfad von der Vagabundina in den Wald hinein und dann auf einer Piste an vielen, vielen Ferienhäusern (wirklich erstaunlich viele) vorbei zum Abzweig zum Zagradski Vhr. Es war so mittelwarm und wenn gelegentlich die Sonne zwischen den Wolken herauskam, war das sehr angenehm.
Nach dem Abzweig ging es bergauf und es wurde warm genug für T-Shirts. Nachdem wir eine weitere Piste gequert hatten, sahen wir den Zagradski Vhr vor uns, ein wenig beeindruckender karstiger Hügel, der aber viel Aussicht versprach. Der Anstieg war nett, weil gerade alles los wuchs und es viele Blumen gab.
Auf halbem Weg wurde es windig und wir mussten uns wieder gut einpacken. Der Gipfel hatte wie versprochen gute Aussicht in alle Richtungen, allerdings war es nicht sehr gemütlich, weil der kalte Wind heftig blies. Wir tranken nur etwas im Windschatten einiger Büsche und machten uns dann auf der anderen Seite des Vhr an den Abstieg.
Das war ein netter kleiner Weg durch alte Buchen, die alle gerade frische Blätter hatten. Mit dem bisserl Sonne, das durch die Wolken kam, sah das traumhaft aus. Der Weg führte hinten den Vhr runter und dann in einem großen Bogen wieder auf die Vorderseite, wo wir auf der Piste rauskamen. Auf dieser Piste, mit ein paar Abkürzungen bei besonders großen Bogen, gingen wir nach unten in den Boden der großen Ebene.
Wir querten die Straße, auf der wir mit dem Auto gekommen waren, bei Lukovo und gingen auf der anderen Seite auf einer weiteren Piste wieder durch viele, viele Ferienhäuser und dann sanft ansteigend auf die Doline zu. Der Weg war ganz schön weit.
Der Abzweig zum Aussichtspunkt über der Doline war dann recht versteckt und nicht leicht zu finden. Wir marschierten einfach dem Track auf dem GPS nach ins Gebüsch und fanden dann tatsächlich ein paar Trittspuren, die in einer weiten Kehre zum karstigen Rand der Rand der Doline führten.
Nachdem wir die letzten paar Meter über Felsen hinauf gekraxelt waren, befanden wir uns auf hellen Karstfelsen und hatten zwar allerlei kleine 'Gipfelchen' und nettes Gelände vor uns, aber von der Doline, zu der das Gelände direkt vor uns hätte abfallen müssen, war wegen Gebüsch und Bäumen nichts zu sehen.
Wir gingen und kraxelten ein bisserl hin und her und fanden dann wieder dank GPS den eigentlichen Aussichtspunkt. Und ja, da konnte man in die mehr als 300 Meter tiefe Doline Svinjski Dolac schauen, aber das war einfach nur eine bewaldete Senke, nicht mal allzu steil. Ich weiß nicht, was ich erwartet hatte, aber das war doch ein wenig enttäuschend.
Naja, das Rumkraxeln war eine schöne Abwechslung von dem vielen Pistenhatschen gewesen, das hatte sich schon gelohnt. Wir suchten uns einen windgeschützten Platz und machten Pause.
Dann kehrten wir zur Piste zurück und folgten ihr in einem großen Bogen zurück zur Straße und dann zur Vagabundina Koliba. Dabei verpassten wir vor lauter Pistentrotten die einzige Abkürzung und mussten deswegen noch weiter laufen, als eh schon nötig war. Als wir es merkten, waren wir aber schon zu weit vorbei, dass sich Umdrehen gelohnt hätte. Der Rückweg war echt weit!
In der Vagabundina kehrten wir dann noch auf Kaffee (ich) und Bier (der beste Allgäuer) ein. Das Häusl sah von außen nicht bemerkenswert aus, hatte aber hinter der Mauer einen wunderschönen Garten und war drin richtig nett. Freundlicherweise kam auch mal wieder die Sonne raus, das war sehr schön da :-)
Ich fuhr zurück. Im MobilHome gab es K&K auf der Terrasse (mit einigermaßen Sonne), dann duschten wir und gingen runter zum kleinen Café, bei dem wir gestern so tolles Essen gesehen hatten. Das Essen war tatsächlich ausgezeichnet (das Bier natürlich auch) und der Platz direkt am Meer mit Enten und Fischen und Sonnenuntergang (und Wind, was sonst) war wirklich wunderbar urlaubig :-)





















