EngelChronik 2023 - Kroatien

Snježnik

18.05.2023

Übernachtung: Camping Klenovica
Ziel: Snježnik 1505m
nebelwolken_dunkelwind_kuehltemp_kuehlsonne

An diesem Tag stand der erste Ortswechsel an. Wir hatten am Vorabend schon weitgehend gepackt und ich hatte bereits gezahlt. Der Tag würde lang werden, deswegen waren wir beim Frühstück schnell, hatten fix alles im Kangoo und fuhren dann los. Nur um erst mal an der Schranke zu kleben, weil an der Rezeption keiner da war, um sie zu öffnen. Es dauerte nicht mal 5 Minuten, bis jemand öffnete, aber das war doch nervig.

Wir fuhren bei Rijeka auf die Autobahn und dann ein Stück ins Hinterland. Auf der Autobahn erschreckte uns der Kangoo mit der Meldung, dass der Reifendruck nicht stimme. Wir prüften alles an der nächsten Tankstelle, aber es fehlte nichts. Wir setzten noch mal den Sensor zurück und das Auto war zufrieden.

Wie man tatsächlich zum Startpunkt im Skigebiet Platak kommt, war weder auf der Karte noch in der OSM noch bei Google ersichtlich gewesen, deswegen brauchten wir mehrere Ansätze, um die richtige Abzweigung zu finden. Das Navi wollte uns nämlich über eine nicht fahrbare Piste (viele Löcher) schicken.

Das Wetter war schon am Meer nicht so richtig nett gewesen – wolkig, windig, aber trocken – als wir nun aber immer höher in die Berge kamen, wurde es noch dazu reichlich kühl. Am Parkplatz von Platak zeigte das Thermometer 7 Grad und die Bäume bogen sich im Wind. Brrrr!

Am Parkplatz des Skigebiets
Am Parkplatz des Skigebiets 'Platak'. 7 Grad und starker Wind!

Aber nun waren wir schon da, also stiegen wir aus und legten erst mal viel Kleidung an. Wir waren so gut wie allein am großen Parkplatz, allerdings wuselte eine große Kindergruppe im Grundschulalter vor einer Hütte herum, alle mit zu großen gelben und orangenen Warnwesten, und wurde von 2 Rangern mit Hunden zu irgendwas belehrt. Vielleicht hatten die Wandertag?

Von der Umgebung konnten wir nicht viel sehen, weil nicht weit über uns alles in Wolken steckte. Wir folgten dem Track auf dem GPS in den Wald (es hatte überall Buchenwald, der gerade erst Blätter bekam und sehr hellgrün und hübsch aussah) und kamen als erstes zu der Berghütte 'Sušak', vor der 2 Hunde lagen. Von der Hütte führte eine Piste weiter in den Wald hinein und wir gingen dort entlang.

Anstieg im jungen Buchenwald. Immerhin einigermaßen windgeschützt.
Anstieg im jungen Buchenwald. Immerhin einigermaßen windgeschützt.

Anstieg in Begleitung des Hüttenhunds. Hier dachten wir noch, der dreht irgendwann um.
Anstieg in Begleitung des Hüttenhunds. Hier dachten wir noch, der dreht irgendwann um.

Es dauert nicht lang, dann begleitete uns der große Bernhardiner von der Hütte. Wir versuchten ihn zu ignorieren und dachten, er würde bald wieder umdrehen, aber der Hund blieb den gesamten Weg über bei uns, mal vor uns, mal hinter uns. An verschiedenen Abzweigungen bog er zwar falsch ab (wir dachten jedes Mal, nun sei er endlich umgedreht), fand uns dann aber immer wieder.

Windige Querung zur Gipfelstation der Seilbahn
Windige Querung zur Gipfelstation der Seilbahn

Eingewachsener Wegweiser
Eingewachsener Wegweiser

Wir folgten verschiedenen Pisten den Berg hinauf und landeten bald in den Wolken. Insgesamt war es zwar sehr hübsch mit dem lichten Buchenwald, der je weiter oben umso hellere und kleinere Blätter hatte, aber auch etwas langweilig, weil Nebel und null Sicht. Bemerkenswert war weiter oben die Unmenge Bärlauch, die zwischen den Bäumen wuchs.

Endlich geht die Piste in einen Weg über. Der Hund kennt den Weg und begleitet uns noch immer.
Endlich geht die Piste in einen Weg über. Der Hund kennt den Weg und begleitet uns noch immer.

Schließlich kam der finale Abzweig zum Snježnik und damit endlich ein netter Bergweg. Da machte Gehen auch ohne Sicht wieder mehr Spaß, allerdings war da der Hund recht lästig, denn der wollte auch auf dem Weg gehen und schlängelte sich immer wieder zwischen uns durch. Der Hund war aber echt riesig und natürlich feucht und sabberte (Bernhardiner halt) und war unglaublich … geruchsintensiv, deswegen gingen wir (vor allem ich) oft neben dem Weg und der Hund auf dem Weg ;-)

Gipfelaufstieg zum Snježnik
Gipfelaufstieg zum Snježnik

Anstieg durch endlose Bärlauchfelder. Es roch traumhaft.
Anstieg durch endlose Bärlauchfelder. Es roch traumhaft.

Nach der Abzweigung kamen wir aus dem Wald auf schöne Bergwiesen und Matten. Ab hier hätte man eigentlich eine super Aussicht in alle Richtungen haben sollen (so der Führer), aber wir sahen nur Nebel. Immerhin waren so die Felsen im Gipfelbereich recht beeindruckend, wie sie sich langsam aus dem Nebel schälten. Wir fanden mehrere 'Gipfel', bis wir dann den echten Gipfel anhand des GPS identifizieren konnten ;-)

Oben ist es neblig und windig.
Oben ist es neblig und windig.

Am Gipfelgrat
Am Gipfelgrat

Am aussichtsreichen Gipfel des Snježnik (noch immer mit Hund)
Am aussichtsreichen Gipfel des Snježnik (noch immer mit Hund)

Gipfel geschafft! Immer noch 7 Grad, Nebel und Sturm.
Gipfel geschafft! Immer noch 7 Grad, Nebel und Sturm.

Es war ausgesprochen ungemütlich da oben, deswegen stiegen wir auf der anderen Seite des Gipfels ziemlich schnell wieder ab. Nur wenige Meter unter dem Gipfel ist eine alte Berghütte, wo wir etwas tranken. Der Hund nahm die Gelegenheit wahr, nun seine Führer-Entlohnung einzufordern und fiepte uns lautstark an. Wir hatten nichts Hunde-Geeignetes dabei, hätten ihm aber sowieso nichts gegeben (obwohl er als geduldiger Guide tatsächlich was verdient gehabt hätte).

Die Schutzhütte knapp unter dem Gipfel hat schon bessere Tage gesehen
Die Schutzhütte knapp unter dem Gipfel hat schon bessere Tage gesehen

Durch das Fenster könnte man rein. Der Hund dachte, nun bekommt er eine Belohnung für seine Dienste und fiepte
Durch das Fenster könnte man rein. Der Hund dachte, nun bekommt er eine Belohnung für seine Dienste und fiepte

Der Abstieg war der direktere Weg als der Aufstieg und war auch im Nebel echt nett (unter anderem deswegen, weil wir erst recht spät wieder auf Pisten kamen). Im unteren Teil des Abstiegs kam langsam die eigentlich versprochene Sonne raus, deswegen entschlossen wir uns, an der Berghütte einzukehren und uns da in die Sonne zu setzen.

Abstieg. Wenistens lässt da der Wind nach
Abstieg. Wenistens lässt da der Wind nach

Abstieg. Wir sind inzwischen unterhalb der Wolken.
Abstieg. Wir sind inzwischen unterhalb der Wolken.

Die letzten Meter zurück zum Skigebiet
Die letzten Meter zurück zum Skigebiet 'Platak'

Am Skigebiet wird gearbeitet. Der Snježnik ist nicht zu sehen (wäre hinten links irgendwo)
Am Skigebiet wird gearbeitet. Der Snježnik ist nicht zu sehen (wäre hinten links irgendwo)

In der Hütte waren 2 Mädels, die zwar keinen Kaffee und Kuchen im Angebot hatten, aber 'Sausages and Potatoes'. Wir hatten Hunger (es hatte ja keine Brotzeit gegeben) und bestellten die Würste und etwas zu trinken und setzten uns vor der Hütte in die Sonne. Da hatte es kaum Wind und war sogar fast warm.

An der Hütte hat es Windschatten und Sonne. Wir essen
An der Hütte hat es Windschatten und Sonne. Wir essen 'Kartoffeln und Wurst'. Sehr viel. Beide Hunde bekommen was ab.

Als das Essen (das wirklich günstig war) dann kam, waren wir etwas überwältigt: 2 riesige Würste und eine Unmenge handgeschnitzte Pommes für jeden. Ich schaffte nur eine Wurst, der beste Allgäuer anderthalb. Und so kam es, dass der große Hund (und sein kleiner Kumpel) dann doch noch zu seinem wohlverdienten Führer-Entgelt kam ;-)

Nachdem wir uns am Auto der vielen Zusatzkleidung entledigt hatten, fuhren wir zurück zur Autobahn und dann weiter nach Süden die Küste runter bis nach Klenovica, wo ein großer Campingplatz ist, der MobilHomes anbietet. Ich hatte ursprünglich einen kleineren Platz ausgesucht, aber der hatte laut Website keine MobilHomes und das Wetter der nächsten Tage (Regen, Sturm) empfahl deutlich ein festes Dach über dem Kopf.

Am neuen MobilHome
Am neuen MobilHome

Wir bekamen problemlos ein nigelnagelneues MobilHome in der Nähe des Pools (noch leer). Nachdem wir und eingerichtet hatten, nahmen wir Badesachen und die Räder und fuhren runter ans Meer. Kaum waren wir aus dem Schutz der Bäume des Platzes raus, war er wieder da, der Wind und jeder Gedanke an Baden verflog sofort. Nicht mal Sonnenbaden war möglich, weil es durch den Wind so kalt war.

Idyllischer Strand am Campingplatz. Ist so leer, weil es so kalt und windig ist.
Idyllischer Strand am Campingplatz. Ist so leer, weil es so kalt und windig ist.

Wir gehen, ohne gebadet zu haben.
Wir gehen, ohne gebadet zu haben.

Dann halt nicht. Wir radelten ein wenig am Strand entlang und nahmen dann den Weg Richtung Klenovica, wo ein paar Spaziergänger unterwegs waren. Kurz nach dem Ende des Campingplatzes war eine kleine Kneipe, einigermaßen windgeschützt, wo schon ein paar Leute in der Sonne sassen und gut aussehendes Essen oder Getränke vor sich hatten. Wir nahmen einen Tisch am Wasser und tranken ausgezeichneten Cappucchino. Das war ausgesprochen unerwartet und gut :-)

Vorn gibt es ausgezeichneten Cappucchino
Vorn gibt es ausgezeichneten Cappucchino

Abendessen gab es im MobilHome, das zwar schön und nigelnagelneu, aber nicht so bequem wie das alte vom anderen Campingplatz war. Nachdem wir ein wenig umgeräumt hatten und die Campinghocker geholt hatten, wurde es schon bequemer. Man muss sich halt zu helfen wissen ;-)

Bilder:
Am Parkplatz des Skigebiets   Anstieg im jungen Buchenwald. Immerhin einigermaßen windgeschützt.   Anstieg in Begleitung des Hüttenhunds. Hier dachten wir noch, der dreht irgendwann um.   Windige Querung zur Gipfelstation der Seilbahn   Eingewachsener Wegweiser   Endlich geht die Piste in einen Weg über. Der Hund kennt den Weg und begleitet uns noch immer.   Gipfelaufstieg zum Snježnik   Anstieg durch endlose Bärlauchfelder. Es roch traumhaft.   Oben ist es neblig und windig.   Am Gipfelgrat   Am aussichtsreichen Gipfel des Snježnik (noch immer mit Hund)   Gipfel geschafft! Immer noch 7 Grad, Nebel und Sturm.   Die Schutzhütte knapp unter dem Gipfel hat schon bessere Tage gesehen   Durch das Fenster könnte man rein. Der Hund dachte, nun bekommt er eine Belohnung für seine Dienste und fiepte   Abstieg. Wenistens lässt da der Wind nach   Abstieg. Wir sind inzwischen unterhalb der Wolken.   Die letzten Meter zurück zum Skigebiet   Am Skigebiet wird gearbeitet. Der Snježnik ist nicht zu sehen (wäre hinten links irgendwo)   An der Hütte hat es Windschatten und Sonne. Wir essen   Am neuen MobilHome   Idyllischer Strand am Campingplatz. Ist so leer, weil es so kalt und windig ist.   Wir gehen, ohne gebadet zu haben.   Vorn gibt es ausgezeichneten Cappucchino  

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