An diesem Tag stand der erste Ortswechsel an. Wir hatten am Vorabend schon weitgehend gepackt und ich hatte bereits gezahlt. Der Tag würde lang werden, deswegen waren wir beim Frühstück schnell, hatten fix alles im Kangoo und fuhren dann los. Nur um erst mal an der Schranke zu kleben, weil an der Rezeption keiner da war, um sie zu öffnen. Es dauerte nicht mal 5 Minuten, bis jemand öffnete, aber das war doch nervig.
Wir fuhren bei Rijeka auf die Autobahn und dann ein Stück ins Hinterland. Auf der Autobahn erschreckte uns der Kangoo mit der Meldung, dass der Reifendruck nicht stimme. Wir prüften alles an der nächsten Tankstelle, aber es fehlte nichts. Wir setzten noch mal den Sensor zurück und das Auto war zufrieden.
Wie man tatsächlich zum Startpunkt im Skigebiet Platak kommt, war weder auf der Karte noch in der OSM noch bei Google ersichtlich gewesen, deswegen brauchten wir mehrere Ansätze, um die richtige Abzweigung zu finden. Das Navi wollte uns nämlich über eine nicht fahrbare Piste (viele Löcher) schicken.
Das Wetter war schon am Meer nicht so richtig nett gewesen – wolkig, windig, aber trocken – als wir nun aber immer höher in die Berge kamen, wurde es noch dazu reichlich kühl. Am Parkplatz von Platak zeigte das Thermometer 7 Grad und die Bäume bogen sich im Wind. Brrrr!
Aber nun waren wir schon da, also stiegen wir aus und legten erst mal viel Kleidung an. Wir waren so gut wie allein am großen Parkplatz, allerdings wuselte eine große Kindergruppe im Grundschulalter vor einer Hütte herum, alle mit zu großen gelben und orangenen Warnwesten, und wurde von 2 Rangern mit Hunden zu irgendwas belehrt. Vielleicht hatten die Wandertag?
Von der Umgebung konnten wir nicht viel sehen, weil nicht weit über uns alles in Wolken steckte. Wir folgten dem Track auf dem GPS in den Wald (es hatte überall Buchenwald, der gerade erst Blätter bekam und sehr hellgrün und hübsch aussah) und kamen als erstes zu der Berghütte 'Sušak', vor der 2 Hunde lagen. Von der Hütte führte eine Piste weiter in den Wald hinein und wir gingen dort entlang.
Es dauert nicht lang, dann begleitete uns der große Bernhardiner von der Hütte. Wir versuchten ihn zu ignorieren und dachten, er würde bald wieder umdrehen, aber der Hund blieb den gesamten Weg über bei uns, mal vor uns, mal hinter uns. An verschiedenen Abzweigungen bog er zwar falsch ab (wir dachten jedes Mal, nun sei er endlich umgedreht), fand uns dann aber immer wieder.
Wir folgten verschiedenen Pisten den Berg hinauf und landeten bald in den Wolken. Insgesamt war es zwar sehr hübsch mit dem lichten Buchenwald, der je weiter oben umso hellere und kleinere Blätter hatte, aber auch etwas langweilig, weil Nebel und null Sicht. Bemerkenswert war weiter oben die Unmenge Bärlauch, die zwischen den Bäumen wuchs.
Schließlich kam der finale Abzweig zum Snježnik und damit endlich ein netter Bergweg. Da machte Gehen auch ohne Sicht wieder mehr Spaß, allerdings war da der Hund recht lästig, denn der wollte auch auf dem Weg gehen und schlängelte sich immer wieder zwischen uns durch. Der Hund war aber echt riesig und natürlich feucht und sabberte (Bernhardiner halt) und war unglaublich … geruchsintensiv, deswegen gingen wir (vor allem ich) oft neben dem Weg und der Hund auf dem Weg ;-)
Nach der Abzweigung kamen wir aus dem Wald auf schöne Bergwiesen und Matten. Ab hier hätte man eigentlich eine super Aussicht in alle Richtungen haben sollen (so der Führer), aber wir sahen nur Nebel. Immerhin waren so die Felsen im Gipfelbereich recht beeindruckend, wie sie sich langsam aus dem Nebel schälten. Wir fanden mehrere 'Gipfel', bis wir dann den echten Gipfel anhand des GPS identifizieren konnten ;-)
Es war ausgesprochen ungemütlich da oben, deswegen stiegen wir auf der anderen Seite des Gipfels ziemlich schnell wieder ab. Nur wenige Meter unter dem Gipfel ist eine alte Berghütte, wo wir etwas tranken. Der Hund nahm die Gelegenheit wahr, nun seine Führer-Entlohnung einzufordern und fiepte uns lautstark an. Wir hatten nichts Hunde-Geeignetes dabei, hätten ihm aber sowieso nichts gegeben (obwohl er als geduldiger Guide tatsächlich was verdient gehabt hätte).

Durch das Fenster könnte man rein. Der Hund dachte, nun bekommt er eine Belohnung für seine Dienste und fiepte
Der Abstieg war der direktere Weg als der Aufstieg und war auch im Nebel echt nett (unter anderem deswegen, weil wir erst recht spät wieder auf Pisten kamen). Im unteren Teil des Abstiegs kam langsam die eigentlich versprochene Sonne raus, deswegen entschlossen wir uns, an der Berghütte einzukehren und uns da in die Sonne zu setzen.
In der Hütte waren 2 Mädels, die zwar keinen Kaffee und Kuchen im Angebot hatten, aber 'Sausages and Potatoes'. Wir hatten Hunger (es hatte ja keine Brotzeit gegeben) und bestellten die Würste und etwas zu trinken und setzten uns vor der Hütte in die Sonne. Da hatte es kaum Wind und war sogar fast warm.

An der Hütte hat es Windschatten und Sonne. Wir essen 'Kartoffeln und Wurst'. Sehr viel. Beide Hunde bekommen was ab.
Als das Essen (das wirklich günstig war) dann kam, waren wir etwas überwältigt: 2 riesige Würste und eine Unmenge handgeschnitzte Pommes für jeden. Ich schaffte nur eine Wurst, der beste Allgäuer anderthalb. Und so kam es, dass der große Hund (und sein kleiner Kumpel) dann doch noch zu seinem wohlverdienten Führer-Entgelt kam ;-)
Nachdem wir uns am Auto der vielen Zusatzkleidung entledigt hatten, fuhren wir zurück zur Autobahn und dann weiter nach Süden die Küste runter bis nach Klenovica, wo ein großer Campingplatz ist, der MobilHomes anbietet. Ich hatte ursprünglich einen kleineren Platz ausgesucht, aber der hatte laut Website keine MobilHomes und das Wetter der nächsten Tage (Regen, Sturm) empfahl deutlich ein festes Dach über dem Kopf.
Wir bekamen problemlos ein nigelnagelneues MobilHome in der Nähe des Pools (noch leer). Nachdem wir und eingerichtet hatten, nahmen wir Badesachen und die Räder und fuhren runter ans Meer. Kaum waren wir aus dem Schutz der Bäume des Platzes raus, war er wieder da, der Wind und jeder Gedanke an Baden verflog sofort. Nicht mal Sonnenbaden war möglich, weil es durch den Wind so kalt war.
Dann halt nicht. Wir radelten ein wenig am Strand entlang und nahmen dann den Weg Richtung Klenovica, wo ein paar Spaziergänger unterwegs waren. Kurz nach dem Ende des Campingplatzes war eine kleine Kneipe, einigermaßen windgeschützt, wo schon ein paar Leute in der Sonne sassen und gut aussehendes Essen oder Getränke vor sich hatten. Wir nahmen einen Tisch am Wasser und tranken ausgezeichneten Cappucchino. Das war ausgesprochen unerwartet und gut :-)
Abendessen gab es im MobilHome, das zwar schön und nigelnagelneu, aber nicht so bequem wie das alte vom anderen Campingplatz war. Nachdem wir ein wenig umgeräumt hatten und die Campinghocker geholt hatten, wurde es schon bequemer. Man muss sich halt zu helfen wissen ;-)

























