EngelChronik 2019 - Türkei

Vergebliche Strandsuche und Baden woanders (Barak Limani)

22.10.2019

Die Nacht war nicht gut, denn ich wachte mehrfach wegen der juckenden Mückenstiche auf. Da dann nicht in eine Kratz-Orgie auszubrechen, ist wirklich schwierig. Einmal schaffte ich es nicht, das anfängliche leichte Jucken zu ignorieren und dann war es zu spät, die Juckerei potenzierte sich immer weiter. Schließlich machte ich ein Handtuch nass, legte es auf meine Oberschenkel-Rückseiten und schlief dann auf dem Bauch ein.

Für diesen Tag hatten wir uns eine kürzere Tour in der Nähe ausgesucht, um Abends zur Abwechslung mal wieder am Hotelstrand baden zu können. Aber schon auf den ersten Metern durch Kas machet das Auto beim Bremsen total beunruhigende Geräusche. Der beste Allgäuer von Allen diagnostizierte, dass die Bremsbeläge komplett runter waren und nun beim Bremsen Metall auf Metall kratzte (was für ein Glück, dass wir am Vortag noch problemlos über die Berge und zurück gekommen waren!). So konnten wir nicht fahren.

Der Vermieter war zwar direkt in Kas, aber wir fanden die Adresse nicht. Ich suchte also die Telefonnummer des Vermieters raus und rief an. Er sei in 5 Minuten bei uns, meinte er und kam tatsächlich so schnell. Nach kurzer Inspektion fuhr man unser Auto in eine Werkstatt und meinte, in einer halben Stunde könnten wir es wieder abholen.

Am Leuchtturm von Kaş
Am Leuchtturm von Kaş
Unser Hotel ist das letzte in der Reihe
Unser Hotel ist das letzte in der Reihe

Wir gingen unterdessen spazieren, zum Leuchtturm auf der Mole raus, an dem wir noch nicht gewesen waren. Von da konnten wir sehr schön auf unser Hotel und den Hotelstrand schauen. Ich hatte ganz zufällig das abgelegenste (also ruhigste) Hotel mit dem schönsten Strand rausgesucht. Das hatten wir schon immer gedacht und nun bestätigte es sich :-)

Das Auto war tatsächlich fertig als wir zur Werkstatt zurück gingen. Nun war es aber doch schon ein bisserl spät geworden und ich wollte lieber eine noch kürzere Tour machen. Der beste Allgäuer von Allen war einverstanden (wohl auch, weil die Planung eh die ganze Zeit bei mir lag) und so fuhren wir nur zu dem einsamen Strand in der Nähe, an dem wir zu Fakdere Mevki gestartet waren. Ich wollte zu dem Strand in dem Canyon, den ich da schon gesehen hatte. Wieder keine Tour aus dem Führer, aber das war dem besten Allgäuer nicht klar gewesen.

Meerblick vom Lykischen Weg
Meerblick vom Lykischen Weg

Zunächst gingen wir auf dem Lykischen Weg in die andere Richtung. Das war wieder eine ganz nette Wanderung, mit Felsen, Macchia und Meer neben dran. Der Weg führte ein wenig auf und ab und kam bei einer einsamen Palme zurück zum Meer. Kurz drauf bog der Lykische Weg ins Landesinnere ab und wir gingen auf einem gut erkennbaren Pfad an der Küste weiter.

Die einsame Palme
Die einsame Palme

Der Pfad wurde bald schmal und schmaler und wir mussten gelegentlich über Felsen klettern oder uns an Gestrüpp vorbei zwängen. Irgendwann standen wir inmitten von Büschen, Felsen und Gestrüpp und mussten Steinmännchen, Markierungen und potentielle Durchschlupfe suchen.

Wir wurschteln uns durch die Macchia
Wir wurschteln uns durch die Macchia

Anhand der spärlichen Markierungen und dem Track auf dem Navi fanden wir schließlich tatsächlich zu der kleinen Schlucht, in der sich der Strand befand. Aber was für mich lediglich ein Abenteuer war, war für den besten Allgäuer von Allen am Ende eine Tortur. Er hatte nämlich nur Trekking-Sandalen an und Macchia ist ja sehr wehrhaft. Er musste allenaselang stachelige Zweige oder Blätter aus seinen Füssen zupfen. Der Laune war das nicht zuträglich.

Im Anstieg zum Schlucht-Hügel
Im Anstieg zum Schlucht-Hügel

Zu allem Überfluss war das Ganze auch noch umsonst, denn der kleine Strand, in meiner Karte als 'Badestrand' eingezeichnet, lag etwas 30 Höhenmeter unter uns und war ohne ausgesetztes Klettern auf scharfkantigen Felsen nicht zugänglich. Erst sahen wir sogar nur den sumpfigen Strand-Hintergrund, zu dem wir so oder so nicht hätten absteigen wollen. Dann fanden wir ein paar Farb-Markierungen und konnten auf einen kleinen Kiesstrand runter schauen, der vielleicht auch ganz nett gewesen wäre, aber Abklettern war einfach keine Option.

Der hintere Teil vom
Der hintere Teil vom 'Strand'
Das wäre das Ziel gewesen
Das wäre das Ziel gewesen

Geknickt (ich) und genervt (der Allgäuer) wurschtelten wir uns also wieder zurück, was trotz Navi-Track genauso schwierig war, wie hinter finden. Wir mussten nicht nur einmal ein paar Meter zurück und woanders gehen.

Wo wir wieder auf den Lykischen Weg trafen, war auf der Karte ebenfalls ein Badestrand eingezeichnet, deswegen gingen wir runter zum Meer. Aber die Felsen dort sind alle total scharfkantig und brutal rau. Selbst da, wo man oben eventuell hätte liegen können, wäre ins Wasser und wieder raus kommen kein Vergnügen gewesen. Wir waren schon drauf und dran abzubrechen und zum Parkplatz zurück zu gehen, als der beste Allgäuer von Allen einen alten Bachlauf fand, wo alle Felsen wunderbar rund geschliffen waren.

Am anderen Strand
Am anderen Strand
Es ist gemütlicher als es aussieht :-)
Es ist gemütlicher als es aussieht :-)

Das war die idyllischste Badestelle des gesamten Urlaubs. Total einsam, wunderbar warm und gemütlich (so weit Fels halt gemütlich ist) und mit großartigen Farben und Landschaft. Wir blieben eine lange Weile, schwammen ein paar Mal und versuchten uns an Unterwasser-Fotografie mit den Handys in den Hüllen, die ich gekauft hatte (ja, die Wasserdichtigkeit hatten wir daheim gründlich getestet). Letzteres klappte nicht sehr gut, weil das Handy durch die Hülle außerhalb des Wassers gut bedienbar war, im Wasser aber nahezu überhaupt nicht. Egal, war trotzdem witzig.

Bild vom Meer aus
Bild vom Meer aus

Nach ein paar Mal Baden und Sonnen zwischendurch gingen wir zurück zum Auto. Dort waren wir froh, den netten Strand gefunden zu haben, denn da vorn war es bei Weitem nicht so nett oder bequem. Der Weg ins Wasser und wieder raus war aber ähnlich.

Auf dem Rückweg
Auf dem Rückweg

Nachmittag und Abend waren wie immer: nochmal Baden am Hotelstrand, Nachmittags-Melone und Sonnenuntergang genießen, Abendessen (der Bequemlichkeit wegen wieder im Hotel) und das Feierabendbier auf der Terrasse :-)

Nochmal der Leuchtturm von Kaş
Nochmal der Leuchtturm von Kaş

Bilder:
Am Leuchtturm von Kaş   Unser Hotel ist das letzte in der Reihe   Meerblick vom Lykischen Weg   Die einsame Palme   Wir wurschteln uns durch die Macchia   Im Anstieg zum Schlucht-Hügel   Der hintere Teil vom   Das wäre das Ziel gewesen   Am anderen Strand   Es ist gemütlicher als es aussieht :-)   Bild vom Meer aus   Auf dem Rückweg   Nochmal der Leuchtturm von Kaş  

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