EngelChronik 2019 - Türkei

Reise nach Kaş

12.10.2019

Nachdem wir am Freitag nach München gefahren waren, beim Griechen am Eisstadion Unmengen Grillfleisch, Salat und Pommes gegessen hatten und in meinem umgebauten Münchner Wohnzimmer übernachtet hatten, begann der Tag recht gemütlich um halb sieben.

Wir frühstückten gar nicht erst (dazu würde am Flughafen genug Zeit sein), sondern rollkofferten direkt zur Ubahn, am Ostbahnhof zur SBahn (wo wir die S1 nahmen, weil die grad schon da war und dann einmal rund um München fuhren) und kamen gute 2 Stunden vor dem Abflug am Check-In an. Da war genau eine Familie vor uns und wir waren tatsächlich schon nach 10 Minuten mit dem Einchecken fertig. So schnell war es noch nie gegangen!

Wir hatten also noch jede Menge Zeit und gönnten uns erst mal ein gemütliches Frühstück mit Cappuccino und Brezel. Danach gingen wir gemütlich zum Abschnitt C, wo unser Gate war. Als wir aus dem Untergrund in den Abschnitt C hinauf stiegen, traf uns fast der Schlag. Vor uns stand eine Riesentraube Menschen vor der Passkontrolle und eine lange, lange, lange Schlange zog sich durch den gesamten Abschnitt C. Grob geschätzt waren das 300 Meter oder mehr und die Schlange bewegte sich kaum. So würden wir unseren Flieger, der in einer guten Stunde starten sollte, niemals schaffen!

Frühstück am Flughafen
Frühstück am Flughafen

Aber irgendwie mussten wir da durch und weil unser Gepäck ja schon eingecheckt war, würde das Flugzeug ohne uns nicht starten können (zumindest beruhigten wir uns damit). Wir stellten uns also an. Während der beste Allgäuer von Allen in der Schlange blieb, marschierte ich zum Infoschalter in Abschnitt C. Der Herr dort meinte, der Stau habe mit der Bundespolizei zu tun und der Flughafen könne da nichts machen. Ich bekam immerhin eine Flugrechtbroschüre in die Hand gedrückt.

Unterdessen waren Teile der Schlange nach Abschnitt D abgewandert, weil man da angeblich schneller durch käme. Als nochmal ein Herr vom Flughafen kam, gingen wir mit und wurden ins obere Stockwerk von Abschnitt D geführt (unten war eine fast genauso große Traube wie in Abschnitt C), wo sich tatsächlich eine vergleichsweise kurze Schlange befand.

Da das mein erstes Mal Fliegen mit der Prothese war, war ich relativ gespannt, wie der Pre-Flight- und Gepäck-Check so ablaufen würde. Ich hielt den Prothesenpass bereit, aber der interessierte niemanden. Wir hatten einen Durchlass mit einem Ganzkörperscanner erwischt und natürlich piepste der. Die Dame am Bildschirm hatte die Prothese bestimmt gesehen, aber ich wurde dennoch abgetastet.

Dann mussten wir noch durch die automatische Passkontrolle und konnten zum Gate sausen. Wir kamen etwas zu spät, waren aber trotzdem nicht die letzten. Das Flugzeug startete mit leichter Verspätung.

Wir kamen auch mit etwas Verspätung in Antalya an und brauchten auch einigermaßen Zeit an der Gepäckabholung, weil Ralles Tasche erst sehr spät raus kam. Ich hatte mir ein paar Sorgen um die Abholung gemacht und als wir die Gepäckabholung verließen, wurden die nicht kleiner, denn die Vorhalle war beunruhigend leer. Auch vor der Halle war es sehr leer, aber drüben, auf der anderen Seite von 2 Fahrspuren, da standen ein paar Leute und einer von denen hielt ein Schild mit unseren Namen und 'Kaş' drauf :-)

Wir wurden freundlich begrüßt, bekamen ein frisches kühles Wasser (draußen hatte es gut 30 Grad) und gingen gemeinsam zum Auto. Ich hatte ja vermutet, dass da vielleicht ein paar Leute gemeinsam in einem Kleinbus irgendwo abgeliefert werden würden, aber wir waren die einzigen und das Auto war eine einfache Limousine.

Der Weg nach Kaş ist lang (etwa 200 Kilometer) und dauert auch lang (3 1/2 - 4 Stunden), weil die Straße dorthin teilweise sehr gewunden ist (Küste halt). Unser Fahrer fuhr sehr, sehr brav durch Antalya und den ersten Teil der Küstenstraße bis etwa Kemer und wurde dann immer schneller.

Nach etwa der Hälfte der Fahrt gab es eine kurze Unterbrechung an einer Art Truck-Stop, wo wir auf die Toilette gehen konnten und den ersten türkischen Kaffee des Urlaubs genossen. Der Kaffee kam in einem kleinen Porzellanbecher, der in einem entzückenden verzierten Blechbehälter stand. Total albern, total orientalisch und total großartig. Der Kaffee war ausgezeichnet (und stellte sich im Nachhinein als der beste Türkische Kaffee des gesamten Urlaubs heraus).

Ausgezeichneter Türkischer Kaffee am Truckstop
Ausgezeichneter Türkischer Kaffee am Truckstop

Wir kamen mit Anbruch der Dunkelheit in Kaş an. Kaş ist ein ehemaliges Fischerdorf und der alte Stadtkern ist eng und hat sehr steile gewundene Straßen. Wir mussten einmal quer durch, um zu unserem Hotel Aqua Princess zu kommen, das das letzte an der Küste am Ende des Ortes ist.

Der erste Eindruck des Hotels war erst mal … anstrengend! Die Küste ist sehr steil und die Hotels sind alle in den Steilhang gebaut. Die Hauptebene mit dem Pool ist von der Straße aus im dritten Stock und unser Zimmer lag dann zusätzlich im dritten Stock. Ohne Aufzug. Wir kamen schweißgebadet in unserem kleinen Zimmer mit Balkon auf der Meerseite an. Es hatte nämlich immer noch knapp 30 Grad.

Nächtlicher Blick auf den Hafen von Kaş von unserem Balkon, der Pool gehört zum Nachbarhotel
Nächtlicher Blick auf den Hafen von Kaş von unserem Balkon, der Pool gehört zum Nachbarhotel
Blick auf die Pool-Terrasse
Blick auf die Pool-Terrasse

Wir hatten nun seit gut 12 Stunden nur die Brezel vom Flughafen gegessen und waren entsprechend hungrig. Wir ließen deswegen erst mal alles fallen und gingen Richtung Ort, um irgendwo was zu essen. Man konnte auch im Hotel essen und wir hatten uns das Abendessenbuffet zeugen lassen, aber das Hauptgericht - eine Art Gulasch mit Nudeln - sah so un-türkisch aus, da gingen wir doch lieber anderswo essen.

Im Myra - das im Nachhinein eher eine Strandbar als ein Restaurant war - gab es für jeden einen großen Salat und gerillte Fleischbällchen. Und ein Bier! Das Essen war sehr gut und wir saßen draußen am Meer mit Blick auf den verborgenen winzigen Kiesstrand von Kaş (den wir danach nie wieder gesehen haben), das war wunderbar und der Reisestress fiel schön langsam von uns ab.

Das erste Abendessen (nebendran ein großer Salat)
Das erste Abendessen (nebendran ein großer Salat)

Zum Abschluss des Tages setzten wir uns noch auf die Hotel-Terrasse - natürlich auch mit Blick aufs Meer - und tranken ein weiteres Bier. Der Barmann stellte uns Erdnüsse dazu. Mir waren sie zu salzig, der beste Allgäuer von Allen aß alle Nüsse allein auf.

Dann waren wir fertig und wollten ins Bett. Wir verräumten erst mal die Bett-Deko (warme Decke und Riesenkissen) und staunten dann etwas, als sich heraus stellte, dass es da nur ein Zudeck-Laken für uns beide hatte. Das geht nicht, eine einzige Zudecke für uns beide führt immer und unweigerlich zu Gezerre und keiner kann schlafen.

Eigentlich war es für eine Zudecke viel zu warm (im Zimmer sicherlich noch immer knapp 30 Grad), aber ohne kann man ja auch nicht richtig schlafen. Der beste Allgäuer von Allen bekam ein Riesenbadetuch als Zudecke, ich nahm das Laken. Dann legten wir uns hin und fielen umgehend in Tiefschlaf. Reisen ist anstrengend. Und Duschen verschoben wir auf den Morgen.

Leider schliefen wir nicht gut. Irgendwo weiter vorn war eine Party mit sehr lauter Musik, die wir im dritten Stock nahezu ungedämpft abbekamen (unten beim Pool war es leiser gewesen). Also machten wir das Fenster und die Balkontür zu und schalteten die Klimaanlage an. Die war aber ungeregelt, so dass es irgendwann schrecklich kalt im Zimmer wurde. Und nach dem Abschalten halt wieder warm. Irgendwann war die Party aber vorbei und wir konnten wieder alles aufmachen.

Bilder:
Frühstück am Flughafen   Ausgezeichneter Türkischer Kaffee am Truckstop   Nächtlicher Blick auf den Hafen von Kaş von unserem Balkon, der Pool gehört zum Nachbarhotel   Blick auf die Pool-Terrasse   Das erste Abendessen (nebendran ein großer Salat)  

zurueck zurück      »Start«      weiter weiter