Ein Tag in Putre

23.06.2010

Zwar liessen wir (Ralle und ich) uns in der Früh viel Zeit und liessen es gemütlich angehen, doch waren wir beim Frühstück im Hotel lang allein. Der freundliche junge Mann, der uns das Frühstück servierte, liess sich erfolgreich um weiteren Kaffee anbetteln und als Käse und Schinken ausgingen, weil wir Claudines und Yaks Portionen auch gleich vertilgten, liess sich hierfür ebenfalls Nachschub organisieren, als die beiden dann auftauchten :-)

Nachdem wir das Frühstück längstmöglich ausgedehnt hatten, erledigten wir im sonnigen Hof restliche 'Hausarbeiten'. Dazu gehörte vor allem, das Auto einmal komplett auszuräumen und aus dem generellen Saustall den Müll zu extrahieren. Wir beguckten uns auch nochmal unseren platten Reifen und fanden den Misstäter: Da steckte eine fette blanke Stahlschraube im Reifen. Wo wir die mitten im Menschen- und Maschinen-leeren Hinterland am Guallatiri aufgegabelt haben sollten, war uns ein Rätsel. Leider war es nicht möglich, den Reifen in Putre flicken zu lassen.

Da Claudine und Yak noch nicht so recht wussten, was sie machen wollten, wir aber schon Pläne hatten, trennten wir uns. Ralle und ich fuhren zurück hinauf in den Nationalpark Lauca, wo es am Nationalparkeingang einen kleinen Rundweg zum Tiere-beobachten geben sollte und ein heisse Quelle zum Baden.

Der Rundweg war auch ganz nett und wir konnten sogar einen Nandu beobachten und fotografieren. Letzteres ein wenig unscharf, weil sich der scheue Nandu nicht näher herbequemen wollte, so dass der Ralle seinen Superfoto bis ins digitale Zoom hinein fahren musste. Die heisse Quelle war mit einem leider abgeschlossenen steinernen Badehäuschen umgeben. Man hätte sich bei den Rangern einen Schlüssel holen können, aber dazu hatten wir keine rechte Lust.

Wir fuhren lieber weiter zu den Termas de Jurasi, die laut Reiseführer auch für Schlammliebhaber geeignet sind. Ohja, Schlamm und Matsch, das wollten wir!

Die Termas de Jurasi liegen in einem Seitental von Putre. Wenn man in dieses Tal hinein abbiegt, sieht man im Talschluss schon viele bunte Felsen und Sand, was auf Vulkanisches schliessen lässt. Wir waren die einzigen Besucher der Termas, deren 'Bademeister' uns erst mal überall durchlaufen liess, bevor wir uns zum Baden entschlossen. Das kostete umgerechnet 1,50€ pro Person.

Das Wasser läuft mit guten 85 Grad (laut Führer) in die Schlammbecken hinein und der Bademeister warnte uns auch deutlich vor den Einläufen. Wir stiegen vorsichtig in eines der Becken und bekamen gleich eine Schaufel mit weichem roten Schlamm gereicht, mit dem wir uns einreiben konnten.

Die Becken waren furchtbar heiss, so dass wir uns allenaselang in die kühle Luft (immerhin nur knapp über Null oder so) stellen mussten, um nicht innerlich kompett zu überhitzen. Schliesslich duschten wir uns ab und gingen zum Pool, der im vorderen Teil der Thermas liegt. Der Pool hat etwa 10 auf 20 Meter und da war tatsächlich ein wenig Schwimmen im warmen (nicht mehr heissen) Wasser möglich. Das war wirklich erholsam :-)

Zurück in Putre machten wir einen Spaziergang durchs Dorf und suchten dann das Cafe auf, wo man laut Claudine und Yak richtigen Kaffee und guten Kuchen bekommen sollte. Aber wir machten da irgendwas falsch. Statt echtem Kaffee aus der tatsächlich vorhandenen Espresso-Maschine bekamen wir wieder nur Nescafe (der noch dazu ziemlich grässlich) und die beiden sehr schön aussehenden Stücke Kuchen, die wir aussuchten, waren beide so grässlich, dass wir weder den einen noch an anderen aufassen. Nachdem uns halb schlecht geworden war, liessen wir alles stehen und gingen zurück ins Hotel, um in der Sonne im Hinterhof noch ein wenig zu lesen.

Als Claudine und Yak (die im Prinzip dieselbe Runde gedreht und auch in den Termas gebadet hatten) wieder auftauchten, mussten die Herren erst mal den linken Aussenspiegel an deren X-Trial reparieren, dem die Kollision mit einer der Stützen des Hotelparkplatzdaches nicht gut getan hatte. Die provisorische Reparatur des 'Benzinmannes' (der Besitzer des Marktes, an dem man auch tanken konnte) hatte die Fahrt in den Nationalpark und zu den Termas nur bedingt überstanden.

Zum Abendessen ging es wieder ins Pachamama, wo ich diesmal das Alpaka-Steak mit Salat nahm, was dann auch tatsächlich so gut war wie erhofft :-)

Bilder:
Der Plattfuss-Übeltäter.   Touristin im Nationalpark Lauca.   Gemütlicher Beobachtungsposten.   'Jagd'-Glück: Ein Nandu.   Blick ins Tal der Termas de Jurasi.   Die Termas de Jurasi von oben; vorne die Schlammbecken, hinten der Pool.   Der Einlass in den heissesten Schlammpool, hinten die Löcher, aus denen der Schlamm gegraben wird.   Bei der Besichtung der Schlamm-Pools.   Der 'Bademeister' vor dem Pool.   Beim Spaziergang durch Putre.  

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