Von Tashinga nach Monjo

30.10.2007, Übernachtung in Monjo, 2825 Meter

In der Früh hatte sich der Nebel (oder vielmehr die Wolken) wieder verzogen und es erwartete uns ein weiterer strahlend schöner Tag. Beim Loslaufen kamen wir vor 'unserem' Hof an ein paar Zweigen vorbei, die vor sich hin glimmten und gut rochen. Das sei ein buddhistischer Brauch, erklärte Edu, mit guten Gerüchen den Tag zu reinigen.

Reinigende Verbrennung von Zweigen
Reinigende Verbrennung von Zweigen

Nachdem wir ein paar Meter in sonnigem lichten Laubwald aufgestiegen waren, hatten wir die endgültige Höhe des Weges nach Namche Bazar erreicht. Ab hier ging es in leichtem Auf und Ab jeder Biegung des Geländes folgend (und es gab viele Biegungen) auf einem sehr breit ausgebauten Weg nach Namche Bazar.

Wir laufen durch lichten Herbstwald
Wir laufen durch lichten Herbstwald

Auf dem Weg nach Namche Bazar
Auf dem Weg nach Namche Bazar

Da wir uns nun auf dem Rückweg befanden, war die Gelegenheit günstig nun bei den Strassenhändlern einzukaufen, die inzwischen wieder aufgetaucht waren. In einem Dorf hatte die geschäftstüchtige Besitzerin der Lodge mehrere Tische mit allerlei Krims und Krams aufgebaut.

Krims-Krams-Stand am Weg
Krims-Krams-Stand am Weg

Edu zeigte uns wie die Klangschalen funktionierten. Ganz besonders die Sorte Klangschalen aus Metall, die poliert und verziert mit einer Art Klöppel berieben wurden (oben am Rand entlang, selbstverständlich links herum), faszinierte uns. Wenn man das richtig machte, gab die Schale einen tiefen, erstaunlich lauten Ton von sich und vibrierte heftig.

Die faszinierende Klangschale
Die faszinierende Klangschale
Bild von Edu

Da konnten Ralle und ich nicht anders als zuschlagen, auch wenn damit alle unsere Rupies auf einmal weg waren. Nun, wir hatten ja noch Dollars und Euros, spätestens in Namche konnten wir die einwechseln (und überhaupt stellte sich heraus, dass Dollars und Euros überall angenommen wurden, wahrscheinlich zu einem katastrophalen Wechselkurs, aber sei's drum).

Hochbetrieb auf dem Khumbu Highway
Hochbetrieb auf dem Khumbu Highway

Bald trafen wir auf die Abzweigung ins Khumbu-Tal nach Gorak Shep und damit wieder auf den Khumbu Highway. Und es war ein Highway, auf dem wir uns bewegten, voller Menschen und Tiere, in beiden Richtungen, so dass es stellenweise richtig eng wurde. Nachdem wir uns die letzten Wochen tatsächlich auf vergleichsweise einsamen Wegen durch's Khumbu bewegt hatten (wie die Ausschreibung ja auch versprochen hatte), waren die Menschenmengen fast erschreckend.

Rückblick auf Tashinga
Rückblick auf Tashinga

Ralle und ich konnten mal wieder die Finger nicht von den Auslösern lassen und so fielen wir weiter und weiter zurück. Mingma, der wie immer die letzten aufsammelte, blieb bei uns, bis wir in Namche Bazar die Anderen erreichten, die am Eingang des Dorfes auf uns gewartet hatten.

Die ersten Häuser von Namche Bazar vor dem Kongde Ri
Die ersten Häuser von Namche Bazar vor dem Kongde Ri

Mit der Küche hatten wir ausgemacht, dass wir uns in Namche Bazar selber verpflegen wollten (Brot! Pizza! Kuchen! Kaffee!). Edu gab uns 2 Stunden Zeit zum Einkaufen und Essen, dann sollten wir uns unten an der grossen Stupa unterhalb des Tibetermarktes treffen.

Wie eine Schulklasse auf Ausflug in die grosse Stadt zertreuten wir uns Namche Bazar, nur ums ständig wieder über den Weg zu laufen - allzu gross ist das grösste Dorf im Khumba dann doch nicht. Ralle und ich kauften Karten, CDs mit Nepal-Musik (die allgegenwärtige Vertonung von 'Om Mani Padme Hum' natürlich), kleine Yaks mit Glöckchen dran für mich und T-Shirts mit schönen Stickereien (eine Landkarte vom Khumbu). So langsam wurden die für den Rückweg abgespeckten Rucksäcke wieder voll.

Und dann fielen wir in die German Bakery ein, wo wir einen Teil der anderen trafen. Ich gönnte mir einen Mini-Laib dunkles Brot. Nur Brot, ohne irgendwas dazu. Und es war wunderbar, sooooooo gut! Der Ralle nahm eine Pizza, beide tranken wir den tollen Cappuccino und ein Coke dazu.

Eine halbe Stunde vor der ausgemachten Zeit machten wir noch mal eine Runde durch's Dorf und schauten uns auch den Tibetermarkt an, wo gehandelt wurde was das Zeig hielt. Dem Anschein nach wurde dort alles verkauft was irgendwie auf dem Rücken eines Yaks transportiert werden konnte, hauptsächlich aber Kleidung.

Unten am Tibetermarkt
Unten am Tibetermarkt

Unten bei der Stupa war auch der Dorf-Waschplatz, an dem viele Frauen Wäsche wuschen. In eiskaltem Wasser, mit grossen Stücken Kernseife (sah zumindest so aus) und viel Handarbeit. Die fertig gewaschene Wäsche wurde dann auf Steinen ausgebreitet. Es schien auch eine offizielle Waschordnung zu geben, denn über dem Waschplatz hing ein grosser Zettel mit Anweisungen, in Sanskrit allerdings

Der Waschplatz von Namche Bazar
Der Waschplatz von Namche Bazar

Schliesslich machten wir uns auf den Weiterweg, der uns ab hier ja bekannt war. Erst mal ging es in vielen Serpentinen hinab zur Hillary Bridge. Es schien, als sei viel mehr los als vor 4 Wochen, als wir hier hinauf gekeucht waren. Edu fand einen Fusspfad, der ziemlich senkrecht den steilen Hang hinab führte. So konnten wir eine grosse Gruppe Yaks überholen. Allerdings warteten wir dann bei der Brücke auf genau diese Yaks, denn es sah interessant aus, wie sich die Tiere die steilen Stufen zur Brücke hinauf und drüben wieder runter mühten.

Kinder freuen sich an Luftballons
Kinder freuen sich an Luftballons

Noch ein paar kleine Dörfer (in denen Maxi ihre letzten Luftballons verteilte) und dann hatten wir die Nationalparkgrenze erreicht und damit Monjo, das Ziel für diesen Tag.

Das Lager in Monjo
Das Lager in Monjo

Unser Lager befand sich im Garten eine kleinen Lodge, die eine Art aussen liegenden Speisesaal hatte. Diesem Raum, wunderbar beheizt und angenehm warm, fand unser Abendessen statt. Und was für ein Abendessen, die Küche hatte sich noch mal voll ins Zeug gelegt. Es gab sogar eine Art Yak-Gulasch, was besonders den ausgehungerten Fleischessern, die ja über den Trek doch ziemlich hatten darben müssen, eine grosse Freude war.

Das letzte Abendessen
Das letzte Abendessen
Bild von Dani

Und es gab noch mal Kuchen, leuchtend gelb-grün. Wir wollten unseren Sherpa etwas Gutes tun und gaben ihnen davon ab, aber es stellte sich heraus, dass unsere Nepali alle überhaupt keine Kuchen-Fans waren. Höflich wie sie waren, lehnten sie nicht ab, aber sie kauten an dem Kuchen herum als seien es Schusternägel. Die Armen.

Der grüngelbe Abschiedskuchen
Der grüngelbe Abschiedskuchen

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