Kala Pattar

22.10.2007, Übernachtung in östlich vom Khumbu-Gletscher, 4920 Meter

Nach dem Frühstück stiegen wir bei strahlendem Wetter zum vermutlich meistbestiegenen Gipfel im gesamten Khumbu auf, zum Kala Pattar. Da wir nicht wie die anderen auf der Sandebene zelteten und weil natürlich niemand die 30 Höhenmeter verschenken wollte, die unserer erhöhtes Lager gegenüber der Ebene hatte, querten wir wir weglos den steilen ersten Aufschwung des Kala Pattar bis zum breit ausgetretenen Weg hinüber.

Aufstieg zum Kala Pattar (vor dem Pumori)
Aufstieg zum Kala Pattar (vor dem Pumori)

Im steilen Gras war nicht wirklich gut zu gehen (das rechte Bein unten zwickte immer unangenehm im Knie), ob wir da nun wirklich einen Vorteil hatten, kann man sicherlich diskutieren.

Die Gruppe zog sich wie üblich bald auseinander. Der beste Allgäuer von Allen war mal wieder weit voraus und ich stieg mit Christine zusammen langsam den ausgetretenen Weg hinauf. Das Gras ging nach einer Weile in Schotter über und bald stiegen wir durch eine ganze Armee von Steinmännern dem Gipfel(chen) unter dem Pumori entgegen.

Die vielen Steinmänner am Kala Pattar
Die vielen Steinmänner am Kala Pattar

Mit uns stiegen viele viele andere Leute auf (auf dem Kala Pattar muss jeder mal gewesen sein, ist es doch *der* Aussichtsberg auf den höchsten Berg der Welt). Weiter oben wo der Schotter in grobes Blockwerk über ging, wurde das einmal zu einem Problem, als ich ein paar ältere Briten überholen wollte und dann wegen 10 schnelleren Schritten fast mit weichen Knien zusammen gesackt wäre.

Endlich am Gipfel
Endlich am Gipfel

Am Gipfel wartete der beste Allgäuer von Allen auf mich, bereits dick und warm eingepackt, denn hier oben wehte ein eiskalter stürmischer Wind. Wir blieben oben so lange wir es aushalten konnten und genossen die grandiose Aussicht. Den Ruf als legendärer Aussichtsberg hat der Kala Pattar jedenfalls zu Recht, der Blick auf den Everest ist von hier oben grossartig.

Die wunderbare Aussicht vom Kala Pattar auf den Mount Everest
Die wunderbare Aussicht vom Kala Pattar auf den Mount Everest

Schliesslich stiegen auch wir wieder nach Gorak Shep ab. Mit der Rennabteilung hatten wir mehr oder weniger ausgemacht, uns vor einer der Lodges zum heisse-Schokolade-Trinken zu treffen. Aber am Rand der Sandebene trafen wir auf den zweiten Teil unserer Gruppe, die es sich mit dem Lunchpaket in der Sonne gemütlich gemacht hatten.

Abstieg nach Gorak Shep
Abstieg nach Gorak Shep

Das sagte uns mehr zu als vor einer Lodge zu sitzen und so setzten wir uns dazu. Es dauerte nicht lang, dann kam der Mario locker von den Lodges über die Sandebene gejoggt (genau, gejoggt) und meinte, die anderen sässen da drüben bei der Lodge. Wir machten aus, die Resttruppe beim Aufbruch da drüben abzuholen und Mario joggte zurück.

Nach der gemütlichen Pause machten wir uns auf den Weg zurück nach Lobuche, von wo wir dann den Khumbu-Gletscher queren würden. Ein ganzes Stück vor Lobuche sammelten uns unsere Sherpa zusammen, um auf den Weg zur Gletscher-Querung abzubiegen. Und da fiel dann auf, dass uns der Gerhard fehlte. In Gorak Shep hatten wir ihn noch ganz vorne gesehen.

Wir wurden angewiesen, am Weg zu warten und Tami machte sich im Stil einer gelösten Sprungfeder (unglaublich fix und agil) auf den Weg nach Lobuche. Es dauert nicht lang und es ging weiter, Gerhard war gefunden. Er war nach Lobuche geeilt, um den ausgegangenen Frühstückskakao zu ersetzen. Erfolgreich :-) Alle verziehen ihm auf der Stelle, dass er sich ohne Abmelden abgeseilt hatte.

Gemächlich machten wir uns daran, den Khumbu-Gletscher zu queren. Im Gegensatz zum Ngozumba-Gletscher führte über diesen Gletscher nur ein sehr schmaler Pfad, der teils abgerutscht und schwer zu finden war. Umso beeindruckender war diese Gletscher-Querung, denn obwohl wir uns meist durch Schotter wühlten, war die Umgebung recht 'gletschrig', überall schaute Eis raus.

Der (kleine) Kala Pattar vor dem (grossen) Pumori
Der (kleine) Kala Pattar vor dem (grossen) Pumori

Unser Lager lag direkt hinter der drüberen Gletschermoräne vor dem Anstieg zum Kongma La. Die Zelte standen bereits und die Sherpa riefen zur Tea Time. Ein weiterer wunderbarer Tag ging zuende. Abends fiel mit ein, dass wir inzwischen die 'Halbzeit' überschritten hatten. Auf der anderen Seite des nächsten Passes lag das Ziel, der Island Peak. Dazwischen 2 Berge und ein bisserl Laufen und danach dann 'nur noch' rausspazieren.

Das Lager vor dem Kongma La
Das Lager vor dem Kongma La

Kaum zu glauben, dass wir seit 2 1/2 Wochen unterwegs waren. Mir kam es vor wie gestern, dass wir in Lukla losgelaufen waren. Gleichzeitig schienen wir seit Jahrhunderten unterwegs zu sein, mit den Zelten, dem warmen Schlafsack, Frühstück, Lunch, Abendessen, zwischendrin Rumlaufen. Wir machten das doch schon seit Jahren. Oder doch erst seit gestern?

Die Träger abends am Feuer
Die Träger abends am Feuer
Bild von Edu

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