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Die Calanques von Cassis
17.10.2006

Als wir diesmal hoch kamen, war die Familie schon wach und in den Morgen-Vorbereitungen. Wir machten uns unser Frühstück und erzählten dem Hund, dass er heute mit uns zum Wandern dürfte. Ob sie das verstand, bezweifle ich, aber Zuwendung - ganz besonders in Form von Käserinde - machte sie sehr aufmerksam ;-)

Gabi erklärte uns, auf was wir achten sollten (vor allem darauf, dass der Hund genug zum trinken bekäme), dann durfte das Hundi zu uns ins Auto, zum Ralle in den Fussraum. Schwesterle bleib draussen, was der Sina zunächst so beunruhigend schien, dass sie sich erst mal gar nicht hinlegen wollte. Sie kennt uns zwar aber nicht allzu gut.

Die Fahrt nach Cassis dauerte eine knappe Stunde. Das Hundi legte sich bald hin, achtete aber sehr genau darauf, immer in Kontakt mit Ralles Beinen zu bleiben, sicher ist sicher. In Cassis parkten wir an dem kleinen Nebenstrand in Richtung der Calanques und liefen los. So lange wir noch in der Stadt waren, leinten wir die Sina an, um sicher zu gehen, der Gabi nicht einen versehentlich platt gefahrenen Hund zurück zu bringen, doch sobald wir in der Calanque du Port Miou (die ein einziger langer Hafen ist), durfte Sina frei laufen.

Am Meer
Im Hinterland der Calanques von Cassis.

Von Port Miou aus zweigten wir von den viel begangenen Wegen am Meer ab und gingen die Schlucht der Calanque hinauf ins Hinterland. So lange wir liefen, liess der Hund uns nicht aus den Augen, egal wie aufregend die Gerüche rundrum waren. Bei der ersten Pause jedoch - die wir nur machten, damit der Hund was zu trinken bekommen konnte - verschwand sie im Unterholz, nachdem sie festgestellt hatte, dass nur langweiliges Wasser aus dem Rucksack kam, nicht aber Fressbares. Wir mussten feststellen, dass der Hund unsere Autorität überhaupt nicht ernst nahm, denn Rufen half gar nichts, sie ging eifrig ihren Geschäften nach, in Sicht und Hörweite allerdings. Erst als wir uns zum Aufbruch rüsteten, war sie wieder zur Stelle. Ich kippte ihr das Trinkwasser über den Kopf, eingedenk Gabis Anweisung, dem Hund die Ohren zu kühlen, wenn es heiss sei. Sina mochte das nicht besonders ;-)

Der Weg aus der Calanque durch das struppige Hinterland hinauf zum Col de La Giardole, am Forsthaus vorbei und hinein in die Schlucht der Calanque d'En-Vau war zwar nett, aber wegen der Gleichförmigkeit der Gegend bald ein wenig langweilig. Immerhin roch es gut - nach Herbes de Provence, wer hätte das gedacht ;-)

Calanque d'En-Vau
In der Calanque d'En-Vau, wir nähern uns dem Meer.

Als wir immer tiefer in die Schlucht hinein kamen, wurde die Landschaft interessant. Immer steiler wurden die Wände, immer zerklüfteter die hellen Kalkfelsen, bis schliesslich lauter kleine und grosse Türme unseren Weg säumten. Kurz draauf standen wir am Stand der Calanque d'En-Vau, der leider bereits zu 90% im Schatten lag, obwohl es grad mal Mittag war. Links neben uns klebten Kletterer am Fels und hatten Probleme (was deswegen so gut zu erkennen war, weil es sich um deutsche Kletterer handelte) und der gesamte Stand schien leer - zumindest die 90% des Standes die im Schatten lagen. Alle Leute drängten sich im sonnigen Teil.

Calanque d'En-Vau
Am Meer in der Calanque d'En-Vau.

Wir setzten uns in den Schatten, zogen die Stiefel aus und wateten ins Wasser. Das war zwar anfänglich kühl, aber nach kurzer Eingewöhnung fühlte es sich erträglich warm an. Fand auch der Hund, der eine Plastiktüte bis ins Wasser jagte. Der Wind, der aus der Schlucht kam war aber alles andere als warm, so dass uns ziemlich schnell jeder Gedanke ans Baden verging. Eine kleine Pause machten wir trotzdem, wobei wir Sina mit einem Müsli-Riegel zu uns lockten und sie dann an die Leine nahen, damit sie nicht ständig die verlassenen Rucksäcke der Kletterer untersuchte.

Calanque d'En-Vau
Die Kletterfelsen der Calanque d'En-Vau.

Dann ging es an den Rückweg am Meer entlang. Nach ein paar Metern die Schlucht zurück verliessen wir unseren Abstiegsweg und krabbelten ein steiles Schotterfeld hinauf. Sina fand den Schotter nicht so lustig, schlug sich aber tapfer, bis wir an eine Stelle kamen, wo man einen etwa 3 Meter hohen Absatz überklettern musste. Sina hat Höhenangst, sagte die Gabi. Und tatsächlich, das Hundi zitterte, als ich sie den ersten Absatz hinauf hob, der zu hoch für sie war. Dann sauste sie wie angestochen den restlichen Weg hinauf, bis sie die steile Stelle überwunden hatte und wieder auf 'sicherem' Terrain war.

Sina
Unser braves Begleit-Hundi.

Auf dem restlichen Rückweg gab es keine weiteren Prüfungen für den Hund, dafür verliefen wir uns. Aber nur deswegen, weil wir vom Hauptweg weg einem Weg folgen wollten, den ich auf einem Plakat gesehen hatte, der aber nirgends eingezeichnet war. Nach der ersten Markierung kam nie eine weitere, so dass wir nach 10 Minuten umdrehten.

Die nächste Calanque war die von Port Pin, nicht so tief und nicht so beeindruckend die die von d'En-Vau, aber trotzdem nett. Leute badeten und der kleine Stand schien ideal für Kinder. Hier zogen wir nicht mal die Schuhe aus sondern gingen gleich weiter zur Calanque du Port Miou und dann zurück zum Auto. Sina musste wieder an die Leine.

Calanque du Port Miou
Boote im Hafen der Calanque du Port Miou.

Leider gab es an dem Mini-Strand kein Plätzchem zum gemütlich EInkehren, so dass wir uns entschlossen, zum Hafen von Cassis weiter zu gehen, den wir etwa 10 Gehminuten entfernt sehen konnten. Der Hafen war sehr nett, allerdings gab es anfangs nur haufenweise Fischrestaurants und nichts wo man gemütlich einen kleinen Snack zu sich nehmen konnte. Fast am anderen Ende gab es dann doch eine Snackbar, wo wir prima Sandwiches, kühle Getränke und feinen Kaffee bekamen. Die Betreiberin der Snackbar war ganz angetan von der braven Sina und uns, weil wir dem Hundi natürlich sein Wasser unter den Tisch gestellt hatten (völlig umsonst übrigens) und der Hund war auch zufrieden, denn sie bekam natürlich was von unseren Sandwiches ab.

Cassis
Blick hinüber zum Hafen von Cassis.

Ein feiner Tag am Meer :-)

Eigentlich hatten wir ja einkaufen und kochen wollen, aber dann wurde es doch zu spät auch noch einzukaufen. Wir kochten trotzdem aus Gabis Vorräten und machten eine Riesenmenge Spaghetti Bolognaise, die beim Abendessen mehr oder weniger verdunstete, so dass das Abendessen für den Schwager vorsichtshalber abgezweigt werden musste, bevor die gefrässige Bande ein weiteres Mal über die Töpfe herfallen durfte.

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